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Donnerstag, 22. März 2007

Ennatz Dietz, Held meiner Stadt

Als ich 1972 geboren wurde, hatte Bernard Dietz bereits 58 Bundesligaspiele für den Verein meiner Geburtsstadt, den MSV Duisburg, bestritten. Es folgten 471 weitere Spiele für den MSV und Schalke 04, 53 Ländespiele, der Europameistertitel als Kapitän der Nationalmannschaft. Aber das sind nur Zahlen. In dieser Stadt, in der ich da aufwuchs, war er DER Fußballer. Ennatz Dietz, auf jeden Fall einer für meine Helden-Kategorie!
Heute wird er 59 Jahre alt.

Geboren wurde er als Sohn eines Bergmanns, ganz am Rand des Ruhrgebiets, in Bockum-Hövel, heute zu Hamm gehörig. Eigentlich wollte er zum 1.FC Köln und bekam von denen sogar seine erste Einladung zu einem Probetraining. Die wollten ihn aber erst noch nach Lünen schicken, um ihn dort Erfahrung sammeln zu lassen. Als just in dem Moment der MSV Duisburg an ihn herantrat, sagte er zu.

Hier wurde er groß, und zwar sofort. Bereits in seinem ersten Profijahr wurde er als 22 Jähriger in 30 Bundesligaspielen eingesetzt. In den 17 Jahren seiner Profikarriere spielte er 15 Jahre mehr als 30 Ligaspiele, in fünf Jahren war er in allen 34 Spielen auf dem Platz!

Aber er war nicht nur das "eiserne Pferd", er war auch der leistungsbeständigste Spieler des MSV, einem Verein, der seit dem Bundesligastart 1963 und bis dahin immer erstklassig war.
1974 debütierte er in der Nationalmannschaft. 1978 nahm er an der WM in Argentinien teil. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er, als er 1980 bei der EM in Italien, als Kapitän der Nationalmannschaft, nach dem 2:1 Sieg im Finale gegen Belgien, den "Coupe Henri Delaunay" entgegen nehmen durfte!

Wenn sich die älteren Herren in Duisburg an Dietz erinnern, erzählen sie allerdings nicht von der Nationalmannschaft, sondern vom 6:3 Sieg des MSV gegen Bayern München.
Dietz erzielte 4 Tore und Meiderich gewann, nachdem sie gegen die großen Bayern 1:2 und 2:3 zurückgelegen hatten.

1982 reichte es für den MSV nicht mehr. Meiderich stieg als Tabellenletzter ab, mit einem 2:1 Sieg gegen Fortuna Düsseldorf am 29.05.82. Die Lässigkeit, mit der der damalige MSV-Präsident mit diesem Abstieg umging, schockte Dietz dermassen, dass er noch am gleichen Abend ein Angebot von Rudi Assauer annahm und noch als 34 Jähriger zu Schalke 04 wechselte, das gerade erst wieder in die erste Liga aufgestiegen war.

Fünf Jahre war er noch für Schalke im Einsatz. In seiner ersten Saison in Königsblau bestritt er alle 34 Spiele, ohne auch nur einmal ein- oder ausgewechselt worden zu sein, konnte seinen zweiten Abstieg innerhalb von zwei Jahren aber auch nicht verhindern.
Im folgenden Jahr schaffte er mit Schalke den sofortigen Wiederaufstieg. In der Saison 84/85 landeten die Königsblauen auf Platz 8, 85/86 auf Platz 10, Ennatz Dietz spielte als 38 Jähriger immernoch in 27 Spielen von Beginn an.

In der nächsten Saison war Schluss für Ennatz. Von Saisonbeginn an vollzog Trainer Rolf Schafstall den Wechsel, Wilfried Hannes, Neuzugang von Borussia Mönchengladbach, übernahm Dietz' Einsatzzeiten. Am 13. Spieltag, am 08.11.86, bestritt Dietz sein endgültig letztes Spiel - wie es sich gehörte, über 90 Minuten.

Fast mehr noch als seine Leistungen, mögen die Leute hier in der Gegend aber seine Art. Vielleicht manchmal ein wenig "altmodisch", aber eben nicht angepasst, sich nicht dem System beugend. Der MSV hätte ihn gerne als Cheftrainer gehabt, der VfL Bochum auch, nachdem er in Bochum die Jugend-, beim MSV die Amateurmannschaft betreute und insgesamt dreimal als Interimslösung den Profikadern vorstand. Doch das große Rampenlicht ist nicht sein Ding und so zog er sich immerwieder nach kurzer Zeit aus dem Profigeschäft zurück.
Dafür ist er wohl einfach zu normal.

_______________

Persönlich verbindet mich mit Ennatz Dietz auch noch ein Fotograf.
Das folgende Bild des Europameisters entstand am 12.07.1982 - also nach Dietz' letztem Spiel als Zebra und vor seinem ersten Einsatz in Königsblau! - im Duisburger Wedaustadion.
Den vergleichsweise talentfreien, zehnjährigen Nachwuchskicker und späteren Herrn Wieland, lichtete eben dieser Fotograf einen Tag später auf der Bezirkssportanlage Wedau II des DJK Adler Duisburg ab.

    

Anlässlich der Vorstellung seines Buchs "Vom Straßenfußballer zum Nationalspieler" gab Ennatz Dietz dem "Radio Zebra", teil des Duisburger Bürgerfunks, am 26.05.06 ein ausführliches Interview. Der entsprechende Podcast kann HIER abgerufen werden.

Für DIE ZEIT stellte Dietz seine Traummannschaft zusammen. Typisch Dietz: Die "besten Spieler - sportlich und charakterlich". Das ganze gibts HIER nachzulesen.

Kommentare & Antworten

Lucio
da Lucio findet imma den richtigen Zeitpunkt zum abspiela
ch (Gast) - 10. August, 21:47
Na also: noch ein...
...alter Bekannter ;)
berka - 1. August, 13:04
Alte Bekannte
Schön erklärt, danke. Noch ein paar bekannte...
berka - 1. August, 09:12
Notlagen?
fällt mir jetzt erst auf: habt Ihr die im Stadion...
berka - 30. Juli, 14:00
Ich weiss schon warum...
Ich weiss schon warum ich im Stadion keine Getränke...
Jan! (Gast) - 30. Juli, 13:01
siehste
deswegen wird's wahrscheinlich exportiert
berka - 30. Juli, 08:50
Wir warten gespannt
...auf den ersten, der Veltin's schreibt.
Trainer Baade (Gast) - 29. Juli, 23:27
@ Stefan: Ja, bei Miller’s...
@ Stefan: Ja, bei Miller’s würde ich auch...
Herr Wieland - 29. Juli, 17:12

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Der Spielmacher

Stets ein wunderbarer Quell der Wirrnis ist der Begriff des Spielmachers oder gar der Spielmacher-Position. Der Mann mit der legendären Nummer 10 war einst Halbstürmer und wurde später ins Mittelfeld zurückgezogen, wo er aber mehr wurde als ein zentraler Mittelfeldspieler. Dieser Spieler in der Mitte des Feldes, ob vorgeschoben oder zurückgezogen, sollte von seinen Mitspielern häufiger angespielt werden und dann genialisch das Angriffsspiel bedienen. Das wurde noch mit der Phantasie kurzgeschlossen, ein solchermaßen kreativer Mensch könne nicht auch noch schwer arbeiten, weshalb man ihm einen Helfer, den sogenannten Wasserträger, beistellen müsse. Einen solche Spielmacherposition gibt es heute nicht mehr, trotzdem ist die Suche nach dem Spielmacher nicht beendet. Im Zweifelsfall wird der Kopf einer Mannschaft, wie Zinedine Zidane beim französischen Weltmeister 1998, einfach zum Spielmacher erklärt.
Biermann/Fuchs

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