Montag, 23. Juni 2008

Von Deutschland-Spielern, Türkei-Spielern und sonstigen Weltbürgern

Der Deutschland-Spieler Philipp Lahm spielt zweifellos ein starkes Turnier, ist auf seiner Position sicher einer der besten Spieler bei dieser EM. Mit seinem Auftreten auch außerhalb des Fußballfeldes hat er den Türkei-Spieler Hamit Altintop derart beeindruckt, dass dieser ihn ‚Manager’ nennt, weil Lahm so breit talentiert sei, so Altintop bei Spiegel Online, er sich sicher ist, dass Lahm mal auf dem Sessel von Uli Hoeneß oder Oliver Bierhoff sitzen wird.

Interessanter als solches Geplauder ist die Formulierung, mit der Autorin Cathrin Gilbert das Türkisch-Sein des Hamit Altintops umschifft: ‚Türkei-Spieler’.

In Zeiten der Globalisierung, in denen Stürmer ihre Tore aus Respekt vor ihrer in aller Herren Länder verteilten Verwandtschaft nicht mehr bejubeln, rettet uns Frau Gilbert aus einem Political Correctness-Dilemma. Herr Neuville beispielsweise ist im Zweifelsfall weniger deutsch als der Budentürke, und würde möglicherweise auch nach 12 Jahren Bundesliga den Deutsch-Test im Einbürgerungsverfahren nicht bestehen. Ein Deutschland-Spieler ist der WM Held aber auf jeden Fall, und wenn Joachim Löw so lange Bundestrainer bleibt, wird er das auch noch bei der WM in Afrika sein.

Ob nun Nasri Franzose, Boulahrouz Niederländer oder Guerreiro Pole ist: Was soll’s? In jedem Fall ist Ramazan Özcan Österreich-Spieler und Deco spielt für Portugal, möge er neben seinem portugiesischem und brasilianischem Pass auch noch zwölf andere haben.

Insofern hat es Frau Gilbert auf den Punkt gebracht. Auch wenn es den Anschein hat, dass sie Hamit Altintop einfach nur nicht als Türken sehen möchte. Ob er im Herzen Deutscher sei, fragt sie ihn. „Nein“, sagt Altintop, „vielleicht beides“. Manchmal passt sich die Realität freundlicherweise auch einem Text an.

Kommentare & Antworten

Lucio
da Lucio findet imma den richtigen Zeitpunkt zum abspiela
ch (Gast) - 10. August, 21:47
Na also: noch ein...
...alter Bekannter ;)
berka - 1. August, 13:04
Alte Bekannte
Schön erklärt, danke. Noch ein paar bekannte Namen...
berka - 1. August, 09:12
Notlagen?
fällt mir jetzt erst auf: habt Ihr die im Stadion etwa...
berka - 30. Juli, 14:00
Ich weiss schon warum...
Ich weiss schon warum ich im Stadion keine Getränke...
Jan! (Gast) - 30. Juli, 13:01
siehste
deswegen wird's wahrscheinlich exportiert
berka - 30. Juli, 08:50
Wir warten gespannt
...auf den ersten, der Veltin's schreibt.
Trainer Baade (Gast) - 29. Juli, 23:27
@ Stefan: Ja, bei Miller’s...
@ Stefan: Ja, bei Miller’s würde ich auch nichts dazu...
Herr Wieland - 29. Juli, 17:12

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Der Spielmacher

Stets ein wunderbarer Quell der Wirrnis ist der Begriff des Spielmachers oder gar der Spielmacher-Position. Der Mann mit der legendären Nummer 10 war einst Halbstürmer und wurde später ins Mittelfeld zurückgezogen, wo er aber mehr wurde als ein zentraler Mittelfeldspieler. Dieser Spieler in der Mitte des Feldes, ob vorgeschoben oder zurückgezogen, sollte von seinen Mitspielern häufiger angespielt werden und dann genialisch das Angriffsspiel bedienen. Das wurde noch mit der Phantasie kurzgeschlossen, ein solchermaßen kreativer Mensch könne nicht auch noch schwer arbeiten, weshalb man ihm einen Helfer, den sogenannten Wasserträger, beistellen müsse. Einen solche Spielmacherposition gibt es heute nicht mehr, trotzdem ist die Suche nach dem Spielmacher nicht beendet. Im Zweifelsfall wird der Kopf einer Mannschaft, wie Zinedine Zidane beim französischen Weltmeister 1998, einfach zum Spielmacher erklärt.
Biermann/Fuchs

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