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Nix Halbes, nix Ganzes

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Werder Bremen)

Letzte Saison hatte Schalke die vielleicht beste Defensive der Liga. Nun bleibt Schalke vorne gewohnt unzuverlässig, wird aber hinten immer anfälliger.

Die Sportschau fand es ein tolles Spiel. Für einen neutrale, eher unbeteiligten Zuschauer mag es das gewesen sein. Ich kann mich seit einigen Spielen nicht mehr entspannen und kann nichts tolles daran finden, wenn Schalke derart unstrukturiert, planlos spielt.

Auch gestern entstanden die besten Chancen wieder aus purem Zufall. Ein Pander-Freistoß aus 40 Meter der an den Pfosten segelte, nicht weil es geplant gewesen wäre, sondern weil niemand den Ball mehr berührte. Ein Benaheeigentor von Mertesacker. Eine Bogenlampe von Rakitic aus 30 Metern. Und selbst das Freistoßtor von Grossmüller war schlecht geschossen; solche Bälle hat man andere Torhüter schon stehenderweise fangen sehen.
Von Passkombinationen, davon, dass mal ein Stürmer steil hinter die Abwehr geschickt wird, oder simplen, meinetwegen biederen Doppelpässen, war auch gestern wieder nichts zu sehen.

In der Verteidigung hingegen sind zwei bis drei Blackouts mittlerweile die Regel. Entweder werden die aufgerückten Verteidiger dabei schlicht überlaufen oder die Innenverteidiger stehen schlecht. Marcelo Bordon hat gerade ein wirklich schwache Phase, weshalb er sich vermehrt mit Fouls behelfen muss und fast in jedem Spiel kurz vor einer Roten Karte steht.

Auch gestern hatte der Gegner seine erste Chance nachdem Westermann einen Diego-Lob passend auf Sanogos Fuß verlängerte. Beim Gegentor tauchten drei Bremer völlig frei vor Neuer auf. Und auch in der Schlussphase segelte der Ball quer durch den Schalker Strafraum, ohne dass einer der drei dazwischenstehenden Schalker in der Lage gewesen wäre, einzugreifen. Pures Glück, dass der völlig freie Sanogo nicht zum Bremer Sieg einschoss.

In Bremen mag es eine Tradition sein, es hinten nicht so genau zu nehmen und zu versuchen, vorne einfach ein Tor mehr zu erzielen. So lange Schalke im Sturm derart unproduktiv bleibt wie es das aktuell ist, wäre ich für eine stabile Defensive respektive einer gepflegten Langeweile in Schalkes Hintermannschaft äußerst dankbar. Die neutralen Zuschauer sind mir dabei scheißegal.

Ganz so streng bin ich nicht mit der Mannschaft

Es ist nun einmal so, daß man immer mit einem Kontertor rechnen muß solange man mit einem 433 System spielt. Leider scheint Schalke im Moment nicht mehr das richtige Personal für diese Taktik zu haben. Lövenkrands ist viel zu sehr mit seiner eigenen schwachen Form beschäftigt, die Pässe aus dem Mittelfeld sind unpräzise und auch Kuranyi hat eine schwache Phase. Erschreckend auch seine technischen Defizite. Grosmüller (in seiner Heimat wird er meist so geschrieben) hat nicht schlecht gespielt, ihm fehlt es aber sicherlich noch am nötigen Selbstvertrauen und der Bindung zur Mannschaft. Rakitic muß aufpassen, daß ihm nicht das gleiche Schicksal wie Hamit Altintop wiederfährt. Nach gutem Beginn verliert er einfach zu viele Bälle oder seine Pässe landen beim Gegner. Raffinha traut sich kaum noch weiter als bis zur Strafraumhöhe genauso wie Pander, weil unsere Offensivspieler einfach zu wenig für die Defensive tun oder im Angriff zu viele Bälle an den Gegner verloren geben. Die Mannschaft braucht noch ganz viel Feinjustierung. Definitiv. Bordon ist oft an knappen Situationen beiteiligt, da kurz zuvor irgend jemand anderes gepennt hat. Daran muß gearbeitet werden. Hoffentlich meldet sich Halil bald in guter Form zurück, davon würde auch Kuranyi profitieren. Aber da müssen wir jetzt alle durch und wenn ich mir so Schalkes Fieberkurve so ansehe, hatten wir nach Vizemeisterschaften nie so richtig was zu lachen. http://fussballdaten.de/vereine/schalke04/

4-3-3 ≠ "offensiv"

Ein 4-3-3 System, oder das was Schalke letzte Saison eigentlich spielte, ein 4-2-1-2-1 bedeutet nicht automatisch eine offensive Ausrichtung. Da möchte ich mal Trapattoni zitieren: „Entscheidend ist, was passieren in Platz!“. Wie gesagt, in der letzten Saison waren auch meistens 3 Stürmer auf dem Platz und Schalke stand trotzdem defensiv viel sicherer.

Aber ansonsten gebe ich Dir schon recht und finde Dich eigentlich mindestens genauso streng. Ein Jammer, dass man nicht mit Varela planen kann, der Typ fehlt.

Das mag vielleicht so vom Trainer angedacht sein

und ich möchte hier auch keine Haare spalten. Ich empfinde jedenfalls, daß zumindest Rakitic in seinen Spielen viel offensiver agierte als Lincoln. So rückt dann Ernst oder auch Jones in die Lücke ins zentrale Mittelfeld auf und schwupps ist es aus mit der "Doppel 6" und der ganze Abwehrverbund hat im Falle eines Ballverlust ungleich mehr Arbeit am Stiefel als noch in der letzten Saison. In den ersten Spielen konnte Jones dies mit hohem Laufaufwand ausgleichen, doch auch der rennt nicht eine ganze Saison durch. Wie wir schon jetzt schmerzlich feststellen müssen. Slomka wollte Bremen mit der gleichen Taktik schlagen, wie letzte Saison, doch erkämpft sich Grosmüller (noch) nicht die Bälle am eigenen Strafraum wie es Lincoln (im letztem Spiel gegen Bremen ausnahmsweise einmal) tat. Wie gesagt, Feinjustierung ist angesagt. Hoffentlich dauert die aber nicht bis in die Rückrunde hinein. Vom achten bis zum zweiten Platz ist diese Saison alles drin. Eines muß man Slomka ja irgendwie lassen. Nach großen Fehlern hat er immer wieder diese Fehler abgestellt. Ich bin gespannt ob er auch die kleinen Fehler erkennt.

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Trackbacks zu diesem Beitrag

pfostenschuss.twoday.net - 29. Oktober, 08:23

kurtspaeter Reisewochen: Als ich Herrn Wieland traf...

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Kommentare & Antworten

Auch von mir happy holiday...
Auch von mir happy holiday für Dich!
Juergen (anonym) - 8. Juli, 14:25
Na dann erhol dich gut,...
Na dann erhol dich gut, Herr Wieland!
Julian (anonym) - 8. Juli, 09:47
War was?
Erst eine Woche? Unfassbar. PS: Ich hab' seit Sonntag...
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Die Bild ist sicher deutlich...
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Ihr solltet den Artikel...
Ihr solltet den Artikel richtig lesen. Inklusive des...
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Wat denn nu?
Ich kenn diese Zeitung in den Niederlanden nicht (Boulevard/Seriösität)...
kurtspaeter - 6. Juli, 12:47
Ja, gespannt bin ich...
.. ich bin aber eher der Typ, der an das Gute im Spieler...
Herr Wieland - 5. Juli, 00:07
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Stets ein wunderbarer Quell der Wirrnis ist der Begriff des Spielmachers oder gar der Spielmacher-Position. Der Mann mit der legendären Nummer 10 war einst Halbstürmer und wurde später ins Mittelfeld zurückgezogen, wo er aber mehr wurde als ein zentraler Mittelfeldspieler. Dieser Spieler in der Mitte des Feldes, ob vorgeschoben oder zurückgezogen, sollte von seinen Mitspielern häufiger angespielt werden und dann genialisch das Angriffsspiel bedienen. Das wurde noch mit der Phantasie kurzgeschlossen, ein solchermaßen kreativer Mensch könne nicht auch noch schwer arbeiten, weshalb man ihm einen Helfer, den sogenannten Wasserträger, beistellen müsse. Einen solche Spielmacherposition gibt es heute nicht mehr, trotzdem ist die Suche nach dem Spielmacher nicht beendet. Im Zweifelsfall wird der Kopf einer Mannschaft, wie Zinedine Zidane beim französischen Weltmeister 1998, einfach zum Spielmacher erklärt.
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