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kurtspaeter schreibt ...

Sonntag, 20. Juli 2008

Olympia - ein Problem ohne Sinn und Verstand

Am 8. August beginnen die Olympischen Sommerspiele in Peking, bereits zwei Tage zuvor das olympische Fußballturnier. 16 Herren- und 12 Damen-Mannschaften spielen den Wettbewerb um die Goldmedaille unter dem Dach des IOC aus.

Qualifiziert wurde sich beispielsweise bei der U-21 Europameisterschaft oder bei der U-20 Südamerikameisterschaft.

Wo der Irrsinn schon beginnt. Warum nämlich eine Mannschaft teilnehmen darf, die in ihrer Zusammensetzung bzw Altersstruktur wenig mit der qualifizierten Mannschaft zu tun hat, das ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu erklären. Zugelassen sind nämlich nur Mannschaften U-23, inklusive drei Spieler älteren Semesters.

In den letzten Wochen traten vermehrt Probleme zu Tage, die auch mehrere Bundesligavereine betreffen. Veranstalter der Spiele ist das IOC.
Abstellungspflicht für Nationalspieler jeglichen (!) Alters gilt aber nur für Wettbewerbs- oder Freundschaftsspiele, die unter dem Dach der FIFA und nach dem geltenden Rahmenterminkalender der FIFA angezeigt sind.
Dort ist offiziell jedoch nur vom Frauenfußballturnier die Rede. Das Männerturnier, beginnend am 7. August ist nicht benannt.

Nun hat die FIFA, wohl erzwungen durch die Freigabeverweigerung so mancher Vereine, letzte Woche Freitag eine angeblich verbindliche Erklärung entsandt, die rechtlich in eine Tonne zu treten ist.

Darin heißt es:
"alle Spieler, die an der Vor- und Endrunde teilnehmen, am oder nach dem 1. Januar 1985 geboren sein müssen. Für die Endrunde dürfen zusätzlich drei Spieler, die dieses Alterskriterium nicht erfüllen, in die offizielle Spielerliste aufgenommen werden."

Okay, so schlau waren wir alle schon, es wird trotzdem darauf verwiesen, das es sich um offizielles FIFA-Recht handelt. Jetzt aber kommt das erste aber:

Gemäß dem Regelwerk der FIFA ist die Freigabe für Spieler über 23 Jahren nicht verpflichtend.

Spieler wie Berlins Pantelic, der in den letzten Tagen seine wiedererwachte Liebe (oder schlief sie seit Milosevics Abdankung nicht?) für Serbien kundtat und der auf die reine Solidarität Herthas hoffen muss, fallen in diese Regelung. Oder ein Ronaldinho, der offenkundig zu Olympia möchte.

Der eigentliche Streitpunkt aber ist die Abstellung der U-23 Spieler wie Rafinha (Schalke 04), Diego (Werder) oder Breno (Bayern). Und dazu heißt es ordentlich und rechtlich nichtssagend:

Die Freigabe für Spieler unter 23 Jahren steht hingegen außer Zweifel. Diese ist gemäß der oben genannten offiziellen Erklärung verpflichtend: "Die Freigabe von Spielern unter 23 Jahren wird seit 1992 von den Vereinen akzeptiert, daher muss das auch diesmal gelten."

Wie bitte? Die alles reglementierende FIFA, der Verband, der beispielsweise sein Werberechte derartig schützt, dass das AOL von der HSH-Nordbank-Arena während der WM verschwindet, dieser alles reglementierende, korrupte Verband beruft sich auf ein einfaches "das war schon immer so"?

Die Androhung, sinnigerweise von IOC-Präsident Rogge (was hat der in diesem Fall eigentlich zu sagen?), dass bei Nichteinhaltung dieser nicht existierenden Regel die Spieler gesperrt werden, sorgt für solche Aussagen:

Klaus Allofs:

"Wenn sich die Sachlage in so eine Richtung verändern würde, wäre es eine neue Situation, die wir akzeptieren würden", kündigte Allofs daraufhin an.

Dabei gibt es keine neue Sachlage und in der Kürze der Zeit wüsste ich auch nicht, wie es zu einer solchen kommen sollte.
Eine absurde Veranstaltung. Offenbar sind sowohl IOC, als auch FIFA von der Tatsache der Olympischen Spiele 2008 überrascht worden.
Den Bundesligavereinen vorzuwerfen, daß sie ihre Spieler nicht abstellen, funktioniert nicht. Denn eine verpflichtende Regel existiert nicht.
Das sich die Spieler, allen voran Diego und sein Vater (wobei das auch nix neues ist) sowie Rafinha, verhalten wie im Kindergarten, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Kommentare & Antworten

Lucio
da Lucio findet imma den richtigen Zeitpunkt zum abspiela
ch (Gast) - 10. August, 21:47
Na also: noch ein...
...alter Bekannter ;)
berka - 1. August, 13:04
Alte Bekannte
Schön erklärt, danke. Noch ein paar bekannte...
berka - 1. August, 09:12
Notlagen?
fällt mir jetzt erst auf: habt Ihr die im Stadion...
berka - 30. Juli, 14:00
Ich weiss schon warum...
Ich weiss schon warum ich im Stadion keine Getränke...
Jan! (Gast) - 30. Juli, 13:01
siehste
deswegen wird's wahrscheinlich exportiert
berka - 30. Juli, 08:50
Wir warten gespannt
...auf den ersten, der Veltin's schreibt.
Trainer Baade (Gast) - 29. Juli, 23:27
@ Stefan: Ja, bei Miller’s...
@ Stefan: Ja, bei Miller’s würde ich auch...
Herr Wieland - 29. Juli, 17:12

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Der Spielmacher

Stets ein wunderbarer Quell der Wirrnis ist der Begriff des Spielmachers oder gar der Spielmacher-Position. Der Mann mit der legendären Nummer 10 war einst Halbstürmer und wurde später ins Mittelfeld zurückgezogen, wo er aber mehr wurde als ein zentraler Mittelfeldspieler. Dieser Spieler in der Mitte des Feldes, ob vorgeschoben oder zurückgezogen, sollte von seinen Mitspielern häufiger angespielt werden und dann genialisch das Angriffsspiel bedienen. Das wurde noch mit der Phantasie kurzgeschlossen, ein solchermaßen kreativer Mensch könne nicht auch noch schwer arbeiten, weshalb man ihm einen Helfer, den sogenannten Wasserträger, beistellen müsse. Einen solche Spielmacherposition gibt es heute nicht mehr, trotzdem ist die Suche nach dem Spielmacher nicht beendet. Im Zweifelsfall wird der Kopf einer Mannschaft, wie Zinedine Zidane beim französischen Weltmeister 1998, einfach zum Spielmacher erklärt.
Biermann/Fuchs

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