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Ich bin nicht unzufrieden, aber auch nicht zufrieden - denn ich bin nie zufrieden.
Fred Rutten

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Was wa(h)r

Samstag, 17. Mai 2008

Das war’s also

(Schalke nach dem letzten Saisonspiel in Nürnberg)

Und es ist gut, dass es vorbei ist.
Nicht, dass ich keine Lust mehr auf Fußball hätte, das wird es wohl nie geben. Aber ich habe keine Lust mehr auf diesen Fußball, den Schalke in dieser Saison so wahnsinnig oft zeigte. Auch heute wieder.

Nein, ich will es nun nicht wieder alles aufzählen. Jeder Schalker weiß was ich meine, und jeder nicht Schalker, der hier ab und an mitliest, sollte es auch wissen. Heute ging es für Schalke darum, dem Glück die Chance zu geben. Das schaffte Schalke. Und wie eigentlich immer bekam Schalke nichts geschenkt, blieb es nur bei dem, was sich Schalke selbst erarbeitete, und fehlte das Stück, dass Schalke schon im direkten Vergleich mit Werder Bremen verlohr.

Nun steht also jeder da, wo er hingehört. München war nach allen Spieltagen erster und wird auch nächstes Jahr den Anspruch haben, mit 10 Punkten Vorsprung Meister zu werden. Bremen war, bei aller Andersartigkeit gegenüber den Blauen, zwei Punkte besser. Und abgesehen von der positiven Überraschung Wolfsburg und der negativen Überraschung Nürnberg, gibt es eigentlich nichts wirklich Erstaunliches.

Es folgt eine durch die EM versüßte Pause.
Und vor allem hat man nun ausreichend Zeit, von einem besseren nächsten Jahr zu träumen. Das ist es schließlich, was das Fansein ausmacht, in allen Clubs und allen Ligen.

Maybe next year ...

Samstag, 10. Mai 2008

Typisch Schalke 2007/2008

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Eintracht Frankfurt)

Einen passenderen Rauswerfer hätte Schalke seinen Fans nicht bieten können. Grottenschlecht gekickt, und dennoch gewonnen, weil der Gegner noch schlechter war.

Nicht das Schalke nicht gerannt wäre. Alle rannten mal. Aber immer nur einer. Ohne Ball bewegte sich kaum was, und so gab es immer nur eine Anspielstation für den ballführenden Spieler, war der nächste Pass ständig absehbar. Während schneller Fußball eines sich ständig in Bewegung befindlichen Teams sehr kreativ und im Ergebnis eine Art Kunst sein kann, war das, was es heute von Schalke zu sehen gab, so spannend und kreativ wie Malen nach Zahlen.

Umso bemerkenswerter, dass Eintracht Frankfurt derart oft nicht in der Lage war, den nächsten, absehbaren Pass zu unterbinden. Der Eintracht war dieses Spiel egal, und so spielte sie auch. Im Mittelfeld häufig arg laissez faire, hinten dicht machend, vorne kaum zu sehen.

Es reichte, um den FC Schalke 04 von heute in Schach zu halten. Aber natürlich war der Sieg durch den durch Krstajic reingeprügelten Ball, wegen des größeren Engagements, völlig verdient.

Und so mussten die treuen Schalker in der Arena heute ein letztes Mal in diese Saison ein unansehnliches Spiel erdulden. Beim nächsten Heimspiel sitzt Fred Rutten auf der Bank, neben Kuranyi stürmen Klaas-Jan Huntelaar und Adrian Mutu, und im Mittelfeld zaubern Orlando Engelaar und Miralem Pjanic. Alles wird gut. Ganz sicher.
Glück auf.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Der große Wurf

(Zum Spiel VfL Bochum 1848 – FC Schalke 04)

‚Die Nummer 1 im Pott sind wir’ hallte es in der zweiten Halbzeit durchs Stadion. Und nie traf dieser Gesang mehr zu, denn Schalke gewann in dieser Saison alle sechs Begegnungen gegen die Konkurrenz aus der Nachbarschaft.

Welch ein toller Abend! Laue Sommerabend-Temperatur, die eine Jacke unnötig machte. Ein volles Stadion. Jede Menge Schalker. Ein nie langweiliges Spiel. Ein Sieg. Tolle Stimmung. Und eine gute Aussicht aufs Saisonende.

Sicher war das Spiel nicht hochklassig. Gerade in der ersten Hälfte unterliefen beiden Teams doch recht viele Fehlpässe und Stockfehler. Aber das Spiel war intensiv, man schenkte sich nichts, stand dem Gegner ständig auf den Füßen; so wie es sein sollte.
Und der VfL Bochum 1848 zeigte, wieso er zuvor in dieser Spielzeit an der Castroper Straße nur gegen Bayern München verloren hatten, stand gut, war aggressiv und spielte leichtfüßig und schnell nach vorne.

Schalke agierte Richtung Bochumer Tor zunächst behäbig und umständlich, wie man es in dieser Saison schon oft sah. Aber mit zunehmender Spieldauer wurde Schalke immer sicherer und das besser besetzte Mittelfeld setzte sich mehr und mehr durch. Fabian Ernst tat viel fürs Spiel, Halil Altintop hatte sehr gute Szenen und das Gesicht Jermaine Jones’ erschien den Bochumer Spielern sicher auch noch letzte Nacht ab und an. Unglaublich, wie es ein Spieler schaffen kann, jedem Gegner derart häufig im Weg zu stehen.

Und dann gab es da noch das Phänomen Rakitic. Ich kann mich an mehrfaches Raunen durch die Schalker Fanschar erinnern, in Situationen, in denen Ivan Rakitic den Ball zu lange hielt, den freistehenden Mitspieler nicht sah, einen schwachen Paß spielte oder keine Fahrt aufnahm, obwohl er Platz gehabt hätte. Und doch war er an den entscheidenden Situationen beteiligt. Und so kommt der Name Rakitic im Spielbericht des kicker derart oft vor, dass der Eindruck einer fabelhaften Leistung entsteht. Also wird er wohl mindestens mit einer 2 bewertet werden, obwohl ich ihn mit Westermann und Krstajic zu den eher schwachen Schalkern zählen würde. Aber natürlich gibt es Schlimmeres …

Schlimm muss es wohl für Bochum gewesen sein, was nach dem zweiten Schalker Tor folgte. Denn auch wenn es für den VfL um nichts mehr ging, niemand lässt sich gerne vorführen. Gerald Asamoah sagte nach dem Spiel in einem Interview, man sei nach der Niederlage in der letzten Saison von den Bochumern verarscht worden, das wollte man wieder gerade rücken. Es gelang, Schalke dominierte, die Fans auf den Rängen und die Mannschaft auf dem Platz.

Eigentlich doch ganz schön, dass Bochum diesmal nicht absteigt und eine Aussicht auf eine Wiederholung besteht.

Sonntag, 4. Mai 2008

Beinahe Herrlich

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Hannover 96)

Welch ein toller Anblick es ist, den Gelsenkirchener Bahnhofsvorplatz voll mit Blau-Weißen zu sehen! Klar, da stehen bei Heimspielen immer viele rum, aber gestern erlebte ich es perfekt: Ich kam zum richtigen Zeitpunkt an, als schon viele da, und noch nicht viele schon wieder auf dem Weg zum Stadion waren, als man sich traf, sich vorfreute. Und das Wetter war perfekt, denn es war hell und warm, warm genug, dass keine Jacken die Farben verbargen. Echter Frühling, und eben Spieltag.

Ich freute mich auf den Start meines persönlichen Saisonendspurts. Das Spiel in Nürnberg werde ich nur im TV verfolgen, aber die drei Spiele in acht Tagen werde ich vor Ort erleben. Nochmal volle Lotte Fußball ...

Fehlte eigentlich nur das sportliche Erfolgserlebnis.
Aber egal ob unter Mirko Slomka oder unter Büskens / Mulder, Schalke tut sich diese Saison spielerisch eben wahnsinnig schwer, was immer dann besonders aufffällt, wenn die Mannschaft in Rückstand gerät oder einem Gegner gegenüber steht, der in der Defensive zufrieden ist, der keinen Platz bietet. Und so war es das immergleiche Anrennen, diesmal gegen eine ordentlich stehende Hannoveraner Mannschaft. Natürlich hätte Schalke gewinnen können, hatte es Chancen. Aber Hannover eben auch. Schalke 2008 lebt von Kraft, kann aber dem Gegner nicht sein Spiel aufdrängen.

Das wird auch so bleiben. Jedenfalls die letzten drei Saisonspiele. Hoffentlich stimmen dann wenigstens die Ergebnisse. Ich haben mir vorgenommen, mich in dieser absehbaren Zeit über das Wie nicht mehr aufzuregen.

Sonntag, 27. April 2008

Egal wie?

(Zum Spiel Hamburger SV – FC Schalke 04)


Egal wie. Hauptsache gewonnen. Ein 6-Punkte-Spiel.

Unter Mirko Slomka war das Wie nicht egal, stand Schalke
auch oben und feuerte Slomka eben wegen des Wie!

Unter Slomka hat Schalke aber gegen Duisburg oder Berlin,
Rostost oder Karlsruhe schlecht gespielt – und gegen die
Spitzenteams auch nicht gewonnen.

Stuttgart wurde am ersten Spieltag der
Rückrunde mit 4:1 geschlagen ...

Ja, und das war’s! Gegen München, Bremen, Hamburg,
Stuttgart und Leverkusen gab es in der Hinrunde
5 Unentschieden und zuletzt 3 Niederlagen in Folge!



Die direkten Duelle mit den Clubs, die um die Champions League-Plätze spielen, sind für diese Saison erledigt. Schalke holte nur 11 von 30 Punkten, steht nun aber trotzdem auf Platz 3, Punktgleich mit Werder Bremen, und hat sich zu Platz 4 etwas Luft verschafft; dank des – egal wie – errungenen Siegs gegen den HSV.

Dabei spielte Hamburg gestern so, wie es Schalke in dieser Saison auch schon häufig zeigte: Sie dominierten das Mittelfeld, spielten bis 30 Meter vor dem Schalke Tor gefällig. Dort wo es eng wurde fehlte es aber an Kreativität, ganz vorne taten sich Abschlussschwächen auf, dazu einige schwache Situationen in der Abwehr – und zack, war das Spiel verloren.

Nein, es behagte mir nicht, dass Schalke sich nach der frühen Führung derart weit zurückzog. Lieber hätte ich die Blauen auf einen weiteren Treffer spielen sehen. Aber das hätte Raum bedeutet, für Spieler wie van der Vaart und Olic, die mit Raum etwas anfangen können. Vermutlich war es clever, und vermutlich muss man solche Spiele so spielen.

So hat Schalke wenig Chancen zugelassen und das erste mal in dieser Saison gegen eine der genannten Spitzenmannschaften kein Gegentor hinnehmen müssen. Die Null stand, ausgerechnet gegen Huub Stevens.


[Was beim letzten mal wa(h)r: „Fieser Fußball und schlechte Schalker“]

Dienstag, 15. April 2008

Fünf!

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Energie Cottbus)

Was war das jetzt?
War es das Aufspielen nach der Befreiung einer Bürde? War es die Motivation durch das Neue? War es einfach die Fortsetzung der ordentlichen Offensivleistung gegen Bremen, gegen einen Gegner der die Defensive nicht testete? Oder war der Gegner einfach in allen Belangen zu schwach?

Man kann auf jeden Fall sagen, dass heute alle Schalker Spieler ihren Gegnern überlegen waren und das Schalke nicht aufhörte Fußball zu spielen, auch als das Spiel schon entschieden war.

Kuranyi war mit 4 Treffern natürlich der Held des Spiels, aber vor allem durch Streit und Sanchez wurde die Offensive immer wieder angetrieben. Streit setzte sich wiederholt mit großem Körpereinsatz in eins zu eins Situationen durch, in Situationen, in denen der gegen Rostock den Ball noch abschenkte. Und Sanchez ist auf dem besten Weg zum Publikumsliebling: Wenn einer so wuselt, schwer vom Ball zu trennen ist, und sich ihn, wenn er ihn mal verloren hat, auch noch selbst zurückholt, dann hat man bei den Fans schnell einen Stein im Brett – wohl überall, auf Schalke sicher.

Schalke hat gut gespielt, wieso auch immer. Ich denke wir werden das Spiel gegen den HSV abwarten müssen um Beurteilen zu können, ob sich bereits was Grundlegendes geändert hat.

Donnerstag, 10. April 2008

Vielen Dank!

(Zum Spiel FC Barcelona – FC Schalke 04)

Da sitz ich heute in der Kneipe und gefühlte 200 Menschen lästern mich aus. Na klar, der doofe Deutsche gibt ja genug Angriffsfläche mit seinen Schalkern. Hat er wieder seine beschmierte Mütze auf oder nur sein Trikot an?

„Alle 20 Minuten die Barca KEIN Tor macht, zahl ich dir ein Bier ...“ sagt einer. Kein Problem. „Und wenn Schalke keins macht, zahl ich eins, Du Arsch!“ Natürlich auf Deutsch; ich will ja niemanden beleidigen.

Schalke legt los ... auffällig für die Neutralen, die nur darauf warten mich wieder anzählen zu können. Nach 10 Minuten kommt ohne Fragen das erste Bier.
Ma stai zito ... mi stanno su cazzo ... Aber bleib ruhig ... die gehen wirklich auf die Eier.
Meine Mannschaft spielt Barca in die Ecke.

Nach 12 Minuten ... „Stai ..... a dosso!“ ... „Du ..... dich an vor Glück!“

Manuel Neuer pariert sensationell gegen Xavi.
„Wie alt ist der?“
„21.“
„Du lügst!“


Noch mal zehn Minuten später bestelle ich das zweite Bier. „Das bezahlt der Juventu dort am Ende vom Tresen.“ Der Wirt schaut mich an, schaut zum anderen, lacht und gibt mir mein Bier. Der Zettel landet am Ende des Tresens.

Ich nehm’ ja nichts mehr wahr außer die 200 x 180 cm – doch auf einmal Unruhe aus der Ecke der Italiener: Elfmeter, de Rossi haut den Ball auf die Tribüne und plötzlich ... Roma interessiert niemanden mehr! „Wer ist denn der mit dem komischen Bart ... der Kleine in der Abwehr ... Wie lange könnt ihr den Torwart wohl noch halten?“

Das Spiel ist zunächst mal für mich gelaufen, ich muss erklären wer wir sind. Die kleinen Schalker machen den Champions League & UEFA-Cup verwöhnten Pizzaessern Spaß. Zwei Biere stehen vor mir, wenn man von dem angetrunkenen absieht. Man hört aus allen Ecken: „Buaah .... Ma come ... su cazzo ...“ Und ich hab Spaß in den Backen.

Minute 43, Yaya Touré. Der Ball prallt nach Flanke von Bojan irgendwie an Marcelo Bordon ab, Mladen Krstajic kann den Ball zwar noch von der Linie köpfen, jedoch genau vor die Füße von ... eben ... Yaya irgendwer. Und der netzt ein. Ein lautes Noooooooo aus hundert Kehlen ist die Folge, und mir schießen die Tränen in die Augen.

Pause. Ich nehme den ersten und vorerst letzen Zug von einer Zigarette nach vier Jahren. Alle stehen draußen, Raucher und Nichtraucher, in Fussballdiskussionen vertieft. „Hätte ich nicht gedacht ... Die spielen gut .... Du wirst sehen, am Ende 2:1 für euch!“ Ich bin stolz!

Das Spiel geht weiter, Schalke kann aber nicht an das Spiel vor der Pause anknüpfen. Wenn ich als ‚Unbeteiligter’ schon so einen Nackenschlag bekommen habe, wie geht es dem mit dem komischen Bart, dem Kleinen, dem Torhüter?
Klar, Barca kommt besser ins Spiel.

Mitte der zweiten Halbzeit kommt noch mal Hoffnung auf. Die Zuschauer schwenken weiße Taschentücher. Und ja, es stimmt: „Meine Schalker sind besser als die Katalanen.“ OK, es passiert nix mehr – aber wir waren nahe dran. Der Abpfiff besiegelt meine Niederlage. Aber war es auch eine?

Wir stehen draußen und alle bemitleiden mich.
„Ihr wart gut, eurer Spiel war besser, sensationell wie der Neuer gefischt hat. Hier, rauch erstmal eine.“
„Ich rauche nicht!“
„Was singt ihr denn so?“
„Ein Leben lang ...“
„Heißt?“
„Per tutto la vita, blu e bianco, per tutto la vita.“
„Und wie singt man das?“


Und dann haben sechs bekloppte Itaker und ein Beschmierter gesungen.

Danke Schalke.


(Frank wohnt in Tenero, einem kleinen Ort bei Locarno, im italienischen Sprachraum der Schweiz. Dort erlebte er, der Kraut, in seiner Eckkneipe das Spiel gegen Barcelona, inmitten seiner Itaker.)

Sonntag, 6. April 2008

Zweiter! Wenn sie jetzt noch guten Fußball ...

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Hansa Rostock)

Was, wenn sie nun noch guten Fußball spielten? Was dann? Nein, in der Tabelle könnte es nicht besser aussehen, als es das zur Zeit tut. Schalke gewinnt, und das ist erst mal gut. Außerdem war das Spiel gegen Rostock, wenn es auch immer noch nicht schön, nicht toll, sondern ein Spiel der Art war, welche gemeinhin mit Arbeitssieg umschrieben werden, immerhin mal wieder anders: Schalke war nicht passiv, wartete nicht nur auf Fehler oder Chancen durch Standardsituationen. Schalke machte das Spiel und hatte eine Idee davon, wie es zum Erfolg kommen kann. Für einen Tabellenzweiten sollte das die Regel sein. Für Schalke im Jahr 2008 ist das erwähnenswert.

Endlich brachte der Trainer eine Mannschaft mit zwei Außenstürmern aufs Feld. Und die Aufstellung mit Streit und Sanchez auf den Flügeln funktionierte: Nicht dass diese Spieler überragen gespielt hätten, insbesondere in eins gegen eins Situationen blieb Albert Streit blass. Aber das die Flügel permanent besetzt waren tat dem Schalker Spiel gut, beendete dieses ewige Schlagen von Pässen aus dem Halbfeld in die Spitze, das man in den letzten Wochen so häufig ertragen musste.

Bester Schalke war Halil Altintop. Als hängender Stürmer hinter Larsen war er der Ballverteiler und hatte, wenn er sich etwas zurückfallen ließ, viele Freiheiten, da Rostock oft spät attackierte. Entsprechend häufig war er am Ball und fand auch selbst immerwieder zum Abschluß. Das er nicht auch als Geber von tödlichen Pässen auffiel, kann daran liegen, dass er das nicht drauf hat, eventuell lag es aber auch an Sören Larsen.

Ich wünsche Larsen, dass es nur an der fehlenden Spielpraxis liegt, aber was er gestern bot war wirklich keine Leistung, die es dem Trainer schwer machen könnte, ihn im nächsten Spiel wieder auf die Bank zu setzen. In diesem Spiel war er phänomenal unanspielbar: Er kam als Helfer auf den Flügel wenn in der nächsten Sekunde eine Flanke folgte, blieb in der Mitte, wenn sich die Angreifer auf den Flügeln mangels Unterstützung festrannten, oder stand im Abseits oder direkt hinter einem Rostocker, wenn mal ein Pass aus dem Mittelfeld hätte gespielt werden können. Mit unglücklich, lässt sich die Leistung wohl gut umschreiben.
Welches Problem Schalke da derzeit in der Sturmmitte hat wurde erneut deutlich, als der in der 60. Minuten eingewechselte Kuranyi bis Spielende gleich dreimal frei vor Rostocks Torwart Wächter stand, und dreimal kläglich scheiterte.

Viel schlimmer als die Einwechslung Kuranyis waren aber die beiden anderen Wechsel: Durch das Ersetzten von Sanchez und Streit durch Lövenkrands und Asamoah legte Trainer Mirko Slomka das Schalker Angriffsspiel völlig lahm.
Es ist dramatisch mitanzuschauen, dass Leistungsträger der letzten, immerhin auch einer Vizemeister-Saison, derart abgebaut haben, dass sie Schalke derzeit nicht mal in den letzten zwanzig Minuten einer solchen Partie helfen können. Lövenkrands spielte genauso unglücklich wie die ganze Saison und zimmerte seinen einzigen Torschuß erwartungsgemäß in den Oberrang, Gerald Asamoah war überhaupt nicht zu sehen.

Es ist schon eine schwierige Saison, in der sich auf Schalke vieles, fast alles neu finden muss. Angesichts dessen sollten sich vielleicht die hinter Schalke stehenden Konkurrenten mal fragen, welche Hoffnung ihnen denn bliebe, wenn Schalke nun auch noch guten Fußball spielen würde.

Mittwoch, 2. April 2008

Wenn der Ruf nicht nur voraus eilt, sondern auch nachhallt

(Zur Darstellung des Spiels FC Schalke 04 - FC Barcelona)

Du hast es gesehen, das gestrige Spiel des FC Schalke 04 in der Champions League? Gut. Ja, ich weiß wer der Gegner war, die Überirdischen, die, dessen Vereinsname per se für Zauberfußball steht. Aber vergiss das mal kurz. Stelle Dir vor, der Gegner wäre nur ein als halb so überirdisch geltender Verein gewesen, am Besten nicht aus den großen Ligen, vielleicht sogar nur aus Deutschland – sagen wir Bayern München ...

Ich denke nicht, dass sich die Berichterstattung derart auf eine Halbzeit beschränkt hätte.

Man hätte von einem tollen Pass gelesen, der das frühe Tor der Gäste einleitete, dass das Tor aber erst durch den Fehler Neuers möglich wurde. Man hätte von technisch deutlich überlegenen Gästen gelesen, und davon, dass Schalke nicht ins Spiel kam, es wäre aber sicher zumindest erwähnt worden, dass sich die Gäste in ihrem Ballbesitz genügten, dass sie sich kaum weitere Chancen erspielen konnten oder wollten.

Vielleicht hätte man sogar lesen können, dass Schalke zu ängstlich war. Dass Schalke es kaum mal schaffte im Mittelfeld in Überzahl zu gelangen, weil immer gerade der Schalker, der in der Mitte hätte nachrücken müssen, hinten blieb, um im Defensivverbund keine Räume zu eröffnen, obwohl Fußball in Unterzahl nicht funktioniert.

Aber selbst wenn in Bezug auf die erste Hälfte nur auf die Stärke der Gäste eingegangen worden wäre: Bei einem irdischen Bundesligaduell wäre wohl kein Journalist auf die Idee gekommen, derart über die Ballbehandlung einer Mannschaft in Verzückung zu geraten, dass er für die Mehrzahl an Chancen des Gastgebers in der zweiten Hälfte kein Platz mehr gehabt hätte. Es wäre von Schalker Pech oder Schalker Abschlussschwäche geschrieben worden, oder von Gästen, die sich über die Zeit gerettet hätten. Jedenfalls hätte kein renommierter Schreiber dem Gästetrainer ohne Süffisanz erlaubt, den Leistungsabfall seiner Mannschaft mit fehlender Kraft zu erklären.

Aber es war eben Barca.

Und bei solchen Gegnern will man das Schöne sehen, will man an die stete Überlegenheit glauben, daran, dass die Mannschaft immer noch zulegen könnte, wenn sie denn müsste. Selbst wenn es keine vernünftige Erklärung dafür gibt, weshalb eine Mannschaft Torchancen zulässt.


(Dieser Beitrag bezieht sich insbesondere auf die Texte von Stefan Osterhaus, siehe hier und hier. Das Phänomen tritt allerdings auch in anderen Artikeln zum gestrigen Spiel auf.)

Sonntag, 30. März 2008

Furchtbarer Fußball

(Nach dem Spiel Karlsruher SC – FC Schalke 04)
Wolf-Dieter Poschmann: „Auf wie viel gute Spiele kommen Sie, wenn Sie das Spielerische nehmen, also die Mannschaft, wie sie sich dargestellt hat, mal unabhängig vom Ergebnis?“

Mirko Slomka: „Wie kommt man zum Erfolg, ist immer die Frage. Man kann auch mit anderen Mitteln zum Erfolg kommen.“
Womit klar sein dürfte, dass Schalke nicht schlecht in Form ist, sondern dass durchaus Absicht hinter der Art und Weise steckt, wie sich Schalke 04 derzeit präsentiert.
Diese anderen Mittel sind, hinten mit ganz vielen Füßen und einem Mischmasch aus Können und Massel Gegentore zu verhindern, und vorne auf ruhende Bälle zu hoffen. Das hat was von Petrick Sander und Energie Cottbus und – ganz ehrlich gesagt – mich kotzt dieser Anti-Fußball an!

Wie dramatisch schwach ist die Bundesliga, wenn Schalke 04 ohne Offensivkonzept, ohne individuelle Klasse im Angriff und ohne jegliche Spielintelligenz in offensiv-zentraler Position auf Platz 3 der Tabelle steht?

Weniger Fußball geht nicht, der Vizemeister und Champions League-Viertelfinalist war dem Aufsteiger aus Karlsruhe spielerisch völlig offensichtlich unterlegen, hätte verlieren müssen und hätte doch beinahe noch gewonnen, denn tatsächlich wurde noch Kobaishvili kurz vor Schluß im gegnerischen Strafraum gefoult.

Vielleicht ist das alles wirklich Teil einen Masterplans, vielleicht ist Mirko Slomka wirklich ähnlich Ottmar Hitzfeld, einer dieser Trainer, die zur jeweiligen Lage die erfolgreichsten Mittel auswählen. Vielleicht spielt Schalke jetzt eben ‚nur’ relativ erfolgreich und weiß irgendwann, wenn Rakitic wieder dabei ist, wenn Zé Roberto vielleicht mal fit wird und wenn Albert Streit integriert wurde, wieder mit schnellem, zielstrebigen Offensivfußball zu begeistern.

Aktuell allerdings beschert Schalke allen seinen Fans, die sich dieses Gekicke über 90 Minuten anschauen, richtig fiese Samstage.



Die Zitate stammen aus dem Aktuellen Sportstudio vom gestrigen Samstag, in dem Mirko Slomka zu Gast war.
Das Interview ist in der ZDF Mediathek nachzuschauen, siehe hier.

Kommentare & Antworten

Lucio
da Lucio findet imma den richtigen Zeitpunkt zum abspiela
ch (Gast) - 10. August, 21:47
Na also: noch ein...
...alter Bekannter ;)
berka - 1. August, 13:04
Alte Bekannte
Schön erklärt, danke. Noch ein paar bekannte...
berka - 1. August, 09:12
Notlagen?
fällt mir jetzt erst auf: habt Ihr die im Stadion...
berka - 30. Juli, 14:00
Ich weiss schon warum...
Ich weiss schon warum ich im Stadion keine Getränke...
Jan! (Gast) - 30. Juli, 13:01
siehste
deswegen wird's wahrscheinlich exportiert
berka - 30. Juli, 08:50
Wir warten gespannt
...auf den ersten, der Veltin's schreibt.
Trainer Baade (Gast) - 29. Juli, 23:27
@ Stefan: Ja, bei Miller’s...
@ Stefan: Ja, bei Miller’s würde ich auch...
Herr Wieland - 29. Juli, 17:12

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Der Spielmacher

Stets ein wunderbarer Quell der Wirrnis ist der Begriff des Spielmachers oder gar der Spielmacher-Position. Der Mann mit der legendären Nummer 10 war einst Halbstürmer und wurde später ins Mittelfeld zurückgezogen, wo er aber mehr wurde als ein zentraler Mittelfeldspieler. Dieser Spieler in der Mitte des Feldes, ob vorgeschoben oder zurückgezogen, sollte von seinen Mitspielern häufiger angespielt werden und dann genialisch das Angriffsspiel bedienen. Das wurde noch mit der Phantasie kurzgeschlossen, ein solchermaßen kreativer Mensch könne nicht auch noch schwer arbeiten, weshalb man ihm einen Helfer, den sogenannten Wasserträger, beistellen müsse. Einen solche Spielmacherposition gibt es heute nicht mehr, trotzdem ist die Suche nach dem Spielmacher nicht beendet. Im Zweifelsfall wird der Kopf einer Mannschaft, wie Zinedine Zidane beim französischen Weltmeister 1998, einfach zum Spielmacher erklärt.
Biermann/Fuchs

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