"Mit der Startnummer 1 - Norbert Nigbur"

Mit diesen Worten stolperte Werner Hansch als Aushilfs-Stadionsprecher des FC Schalke 04 heute vor 34 Jahren in den Fußballsport. Später wurde er ein Held meiner Samstage vor dem Radio. Das mit dem Fernsehen hätte er besser sein gelassen.

Am 24. Februar 1973 war Werner Hansch eigentlich noch Bahnsprecher auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen. Zum Aushilfs-Stadionsprecher wurde er, weil es auf eben dieser Trabrennbahn an diesem besagten Tag brannte, und ausgerechnet der eigentliche Sprecher in der Schalker Glückauf-Kampfbahn als Rennbahninspektor unabkömmlich war.

Hansch blieb auf Schalke und der WDR wurde auf seine markante Stimme und auf seine lockere Art aufmerksam. Am 04. November 1978 debütierte er am Hörfunkmikrofon. Wie gemacht fürs Radio, blieb er dem Hörfunk vierzehn Jahre lang treu.

In dieser Zeit gab’s keine Decoder, die auf Wunsch welches Spiel auch immer live ins Fernsehen transportierten. Das Radio war nach dem Stadionbesuch das Nächstbeste, und ich hing jeden Samstag mit einem großen Zettel, auf dem neben den Begegnungen auch die Tototips der gesamten Familie notiert waren, vor dem Radio. Jedes Tor wurde notiert, eine Livetabelle hatte ich damals auch schon - ganz ohne PC oder Videotext, mit Bleistift und Radiergummi.
Hansch fiel auf, bei den samstäglichen Radioübertragungen. Die Spiele, die er kommentierte, waren lebendiger, bunter, ich war bei ihm noch etwas näher dran als bei seinen Kollegen.

Als Hansch ins Fernsehen wechselte, war ich ähnlich enttäuscht wie heute vom Wechsel Günter Kochs zu Arena; und blieb es bis heute. Bei den zusammengeschnittenen Spielsequenzen wirkt seine Spontaneität nicht, die kleinen Witzeleien und lockeren Sprüche kommen aufgesetzt daher. Ab und zu erliegt er der Versuchung, wenig tolle Szenen durch besonders farbiges Kommentieren aufzuhübschen. Recht früh kam mir die Erleuchtung, dass er das wohl auch bei Radioübertragungen so gehalten haben mag. In einem Interview zitierte Hansch mal Nietzsche mit dem Satz: "Der Inhalt ist nicht das Wichtigste, sondern die Art und Weise, wie etwas gesagt wird". Ich denke, dass umschreibt seine Arbeitsweise vor dem Mikrofon sehr gut. Ich kann diesen Satz für mich aber nicht unterschreiben.

Dennoch: Die tollen Momente, die er mir durch das Radio jahrelang Samstag für Samstag bescherte, lassen mich Werner Hansch heute in meine Helden-Kategorie aufnehmen.

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Kommentare & Antworten

Lucio
da Lucio findet imma den richtigen Zeitpunkt zum abspiela
ch (Gast) - 10. August, 21:47
Na also: noch ein...
...alter Bekannter ;)
berka - 1. August, 13:04
Alte Bekannte
Schön erklärt, danke. Noch ein paar bekannte Namen...
berka - 1. August, 09:12
Notlagen?
fällt mir jetzt erst auf: habt Ihr die im Stadion etwa...
berka - 30. Juli, 14:00
Ich weiss schon warum...
Ich weiss schon warum ich im Stadion keine Getränke...
Jan! (Gast) - 30. Juli, 13:01
siehste
deswegen wird's wahrscheinlich exportiert
berka - 30. Juli, 08:50
Wir warten gespannt
...auf den ersten, der Veltin's schreibt.
Trainer Baade (Gast) - 29. Juli, 23:27
@ Stefan: Ja, bei Miller’s...
@ Stefan: Ja, bei Miller’s würde ich auch nichts dazu...
Herr Wieland - 29. Juli, 17:12

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Der Spielmacher

Stets ein wunderbarer Quell der Wirrnis ist der Begriff des Spielmachers oder gar der Spielmacher-Position. Der Mann mit der legendären Nummer 10 war einst Halbstürmer und wurde später ins Mittelfeld zurückgezogen, wo er aber mehr wurde als ein zentraler Mittelfeldspieler. Dieser Spieler in der Mitte des Feldes, ob vorgeschoben oder zurückgezogen, sollte von seinen Mitspielern häufiger angespielt werden und dann genialisch das Angriffsspiel bedienen. Das wurde noch mit der Phantasie kurzgeschlossen, ein solchermaßen kreativer Mensch könne nicht auch noch schwer arbeiten, weshalb man ihm einen Helfer, den sogenannten Wasserträger, beistellen müsse. Einen solche Spielmacherposition gibt es heute nicht mehr, trotzdem ist die Suche nach dem Spielmacher nicht beendet. Im Zweifelsfall wird der Kopf einer Mannschaft, wie Zinedine Zidane beim französischen Weltmeister 1998, einfach zum Spielmacher erklärt.
Biermann/Fuchs

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