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Ich bin nicht unzufrieden, aber auch nicht zufrieden - denn ich bin nie zufrieden.
Fred Rutten

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Nah am Mann sein

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Donnerstag, 31. Juli 2008

Auslosung zur 3. Qualifikationsrunde der Champions League: Die möglichen Gegner des FC Schalke 04

Morgen um 12 Uhr werden in Nyon die 16 Begegnungen der 3. Qualifikationsrunde zur Champions League ausgelost. Eurosport ist live dabei, sowohl im TV als auch im Web.

Schalke 04 gehört zu den 16 gesetzten Mannschaften. Dies hat übrigens nichts damit zu tun, dass Schalke erst in der 3. Runde antreten muss. Schalke konnte sich die ersten beiden Runden sparen, weil der DFB zu den ersten 6 Verbänden in der UEFA-Fünfjahreswertung zählt. Das Schalke nun gesetzt ist, liegt am UEFA-Klubloeffizienten der Blauen.

In jeder Runde werden die jeweils 36 teilnehmenden Mannschaften nach eben diesem UEFA-Klubkoeffizienten gereiht. Die ersten 16 sind gesetzt, die zweiten 16 werden zugelost. Nun finden die Rückspiele der 2. Runde aber erst in der kommenden Woche statt. Aus diesem Grund gilt für die noch offenen Begegnungen jeweils der höhere UEFA-Klubkoeffizienten der beiden Mannschaften. Hierdurch ist beispielsweise auch der litauische Baseball- und Fußballverein FBK Kaunas quasi gesetzt, der vom Koeffizienten des Runde 2-Gegners Glasgow Rangers profitiert.

Von den 16 Kugeln mit den nicht gesetzten Mannschaften, aus denen der Gegner des FC Schalke ermittelt wird, werden 9 „Sieger-aus“-Kugeln sein. Die möglichen Gegner habe ich oben aufgeführt.
Ich weiß ob es mir peinlich sein muss wenn ich zugebe, dass ich vom portugiesischen Club Vitória Guimarães noch nie bewusst gehört habe. Auch FK Ventspils oder Modrica Maksima sind für mich unbeschriebene Blätter. Und auf wen man da am liebsten nicht trifft sieht wohl auch jeder auf einen Blick, über Gastspiele von Madrid, Kiew oder auch Galatasaray würde ich mich zu diesem Zeitpunkt noch nicht freuen. Naja, und Twente wäre schon schräg.

Aber machse eh nix dran. Wat kommt, dat kommt.
Ma’kucken.

Was der Zweitpapst entscheidet

... darf von Weltlichen nicht angezweifelt werden. Der Zweitpapst selbst hatte sich schon sehr über den Ungehorsam aus Deutschland gewundert. Wenn er die Olympischen Spiele zu einem offiziellen Profifußball-Termin fühlt, was kann es da noch zu diskutieren geben?

Nichts, weiß auch das Weltgericht. Dass Profis in Peking den Olympischen Eid schwören bedeutet noch lange nicht, dass sich Profis auf die Olympische Charta berufen dürfen. Wieso nicht? Das wird das Weltgericht erklären können. Der Zweitpapst sowieso. Alles andere ist Blasphemie.

Dienstag, 29. Juli 2008

Das Problem des Herrn B. aus H.

Es ist schon ein Dilemma, in dem der HSV da steckt. Da gönnt man sich einen Top-Trainer, bietet diesem aber kaum Möglichkeiten zur Kadergestaltung, weil das Geld fehlt. Da hat der Verein einen Top-Mittelfeldspieler, kann sich aber eigentlich nicht erlauben ihn eine weitere komplette Saison zu behalten, weil er ansonsten im kommenden Sommer für die (in diesem Fall) symbolische Summe von 1,5 Millionen Euro den Verein verlassen wird.

Wieviel ist ein Jahr Van der Vaart wert? Tatsächlich 13 Millionen, wie der HSV angeblich fordert? 7 Millionen, wie Real Madrid angeblich bot? Falls der HSV die geforderte Summe nicht bekommt wird Van der Vaarts Wiederverkaufswert mit jedem Bundesligaspieltag schrumpfen. Kein Grund für Hochmut, wie er einem aus einem FAZ-Text entgegenspringt.

Beiersdorfer wird sich vermutlich bereits nach Alternativen zu seinem Star umgeschaut haben, alles andere wäre fahrlässig. Mit jedem Tag rückt die Saison näher, würde ein Spielerwechsel noch störender auf die bevorstehende Spielzeit wirken. Sollte Beiersdorfer Van der Vaart nicht verkaufen braucht es schon den maximalen Erfolg, muss er darauf hoffen, dass der Niederländer seinen HSV in die Champions League schießt. Ansonsten bleibt in der nächsten Saison nur noch der Top-Trainer übrig. Mit ähnlichen Möglichkeiten zur Kadergestaltung. Und ohne Top-Mittelfeldspieler.

Samstag, 26. Juli 2008

Hamburg schießt den Vogel ab: Das Bierpreise-Update

In 11 Stadien blieben die Bierpreise stabil. Das Stadion in Gelsenkirchen gehört nicht dazu, auf Schalke kostet der Becher 20 Cent mehr als letzte Saison. In Hamburg werden erstmals für ein Bier in einem Bundesligastadion 4 Euro verlangt.

Die psychologische Preisgrenze war den Hanseaten scheinbar egal. Das teuerste Bier hat man damit in Hamburg auch noch nicht: Das gibt es, wie schon in der letzten Saison, im München und in Bielefeld, was deutlich wird, wenn man die Preise auf eine vergleichbare Bechergröße hochrechnet. Dann zeigt sich auch, dass Schalke mit seinem neuen Becherpreis von 3,40 € nach wie vor vergleichsweise günstig bleibt. Was Sinn macht, da nach dem Ticketkauf nicht mehr allzu viel Geld übrig bleibt.

Und in Dortmund gibt’s nun das Bier mit Idiotenapostroph ...




Die Bierpreise der letzten Saison sind hier (ergänzt) aufgeführt. Die Preise stammen zum Teil aus der Beilage zum 11 Freunde-Heft #81.

Freitag, 25. Juli 2008

Es lebe die Sportschau!

Möge Herr Rummenigge in seinen Eichentisch beißen und Herr Peters Rotz und Wasser heulen: So nicht meine Herren. Dat machense nochma neu!

Nein, das Kartellamt ist nicht dazu da, das Fernsehprogramm zu bestimmen. Und die DFL wird sich was anderes einfallen lassen. Am Ende wird die Zentralvermarktung aufgeweicht werden. Jetzt noch nicht, aber in Zukunft wird das kommen. Man wird sich nicht auf Dauer zu solchen Kuhhandel mit dem Kartellamt nötigen lassen, nur um die Liga zentral vermarkten zu können. Aber das ist noch der dunkle Horizont.

Fürs erste sieht es zumindest so aus, als würde das gesellschaftliche Ereignis Fußball-Bundesliga erhalten bleiben. Zu hochgestochen formuliert? Nein, ich denke nicht. Ich denke, dass der Fußball im GEZ- oder werbefinanziertem Fernsehen eminent wichtig ist.

‚Wer braucht denn eigentlich noch die Sportschau vor 20 Uhr?’ fragt Matthias in seinem Blog. Ich gebe zu, ich gehöre nicht dazu. Ich kann mich nicht genau daran erinnern, wann ich sie das letzte mal gesehen habe. Ich schaue samstags Schalke. Ob im Stadion oder in einer Kneipe, jedenfalls immer 90 Minuten. Zu mehr komme ich samstags nicht, die Zusammenfassungen der anderen Spiel schaue ich in der Regel erst am nächsten Tag.

Aber um mich geht’s nicht. Auch nicht um Matthias oder um andere Freaks, denen der Bundesligafußball wichtig genug ist, dass sie Gigabyte Text dazu verfassen, für Auswärtsspiele durch Europa fliegen oder vor Vorverkaufsstellen den Propankocher anschmeißen.

Es geht um den Arbeitskollegen. Den im Nachbarbüro, der sich auch Fußballfan nennt, dem die Zusammenfassung am Samstagabend und die BamS am nächsten Morgen aber genügt. Es geht um den Handwerker, der jeden morgen im Bus den Sportteil der Zeitung ließt und der sich damit, und mit der Sportschau umfassend informiert fühlt. Um die Millionen dieser Leute, die sich dazugehörig fühlen, die auch den ganzen Quatsch kaufen für den der Fußball wirbt, die sich auch freuen wenn ihr Verein gewinnt, die aber den Samstag mit der Familie verbringen.

Ich tue mich schwer etwas zu Schalke zu sagen, wenn ich mal nicht die ganzen 90 Minuten sehen kann. Da zahle ich lieber einen Euro an Schalke-TV, setze mich schweigend vor den Rechner und schaue das Spiel nach. Aber für Fußballdeutschland zähle ich mit dieser Einstellung sicher zu den Bekloppten, denn Fußballdeutschland ist nicht so.

Der Arbeitskollege und der Handwerker wissen jedenfalls Bescheid. Über alle Spiele! Und was wäre ein Montagmorgen ohne eine Bürodiskussion zur Bundesliga? Ich will mit denen darüber reden, will, dass auch die eine Meinung haben. Ich will nicht, dass es mit der Bundesliga so weit kommt, wie es mit der Champions League war, als die interessanten Spiele nur bei Premiere kamen. Da wurde über nichts gesprochen, für den Arbeitskollegen fand die Champions League gar nicht statt.

Ich hoffe nach wie vor, dass die DFL irgendwann versteht, welch großes Glück es für sie ist, dass der Bundesligafußball in diesem Land tatsächlich als Allgemeingut verstanden wird, fast jeden irgendwie berührt.
Alleine ich glaube nicht dran.

Donnerstag, 24. Juli 2008

Auch mein Blog wieder im Heft zum Heft oder Das 11 Freunde-Stöckchen

„Ein passender Spitzname für Deinen Klub?“ empfand ich als die bekloppteste Frage, von den Zwölfen, die ich vor der letzten Saison für die Saisonbeilage zur 11 Freunde-Augustausgabe zu Beantworten mich mühte. Auf wessen Mist diese Frage denn gewachsen sei, fragte ich per Mail. Mumpitz sei Chefsache, bekam ich zur Antwort.

Dieses Jahr kam die Anfrage direkt von Philipp Köster. 16 zu vervollständigende Pünktchensätze, eine Frage. Hier meine Antworten. Zu dem was war und dem was kommt, zu Kahn und Daum, über Monica Lierhaus und sonstiges vorhergesehenes Unvorhersehbares. Da gedruckt, hier für lau.


Das Sommerloch habe ich überstanden, mit Hilfe von ...
Sex, Drogen und EM.

Meine größte Hoffnung für die kommende Saison ist ...
natürlich, dass Schalke Deutscher Meister wird.

Den ersten Spieltag verfolge ich in ...
Gelsenkirchen oder der Kneipe meines Vertrauens. Je nach Spielplan.

Meister wird nicht Bayern, weil ...
Ribery, Toni und Podolski bis zum Transferschluß längst bei Hoffenheim angeheuert haben.

Sicherer Absteiger in die 2. Liga ist ...
Der FC aus Köln. Tief im Inneren wollen die es auch nicht anders.

Die Liga wird überrascht von ...
Jorge, Javier, José oder wie die ganzen Klinsmann-Trainer heißen.

Der schönste Augenblick der vergangenen Spielzeit war ...
als Manuel Neuer in Porto als Held auf dem Zaun stand.

Und der schlimmste ...
schlich durch die gesamte Saison und offenbarte sich immer dann, wenn grottenschlechter Fußball als „aber erfolgreich“ verkauft wurde.

Die aktuelle Saison läuft deutlich besser als die letzte weil ...
sich Königblau seiner erfolgreichen, niederländischen Phase erinnert.

Mein Angstgegner ist ...
Peter Peters, der das Mitglieder-Kartenlimit sicher noch auf 1 reduziert.

Auf die Auswärtsfahrt nach ...
Dortmund wird geschissen.

Tod und Hass (zumindest aber Abneigung) dem ...
*möööp! Suggestivfrage.

Premiere, Sportschau oder Stadion?
Stadion. Aber Monika Lierhaus darf trotzdem gerne vorbei kommen.

Christoph Daum outet sich in der Winterpause als ...
fairer Verlierer. Dauerhaft verbiestert ginge auch nicht, sagt er, und niest.

Oliver Kahn macht Schlagzeilen, weil er ...
nach 2 Monaten abgemagert mit 2 Eimern Wasser auf dem Bayern-Clubhaus aufgefunden wird. Ribery parkte derweil in der neuen Tiefgarage.

Folgendes Talent meines Klubs kommt ganz groß raus ...
Carlos Augusto Zambrano Ochandarte

Dass die TSG Hoffenheim aufgestiegen ist, finde ich ...
noch nicht so schlimm. Dass sie allerdings die nächsten 15 Jahre Deutschland in der Champions League repräsentieren werden, finde ich nicht so sympathisch.

Mittwoch, 23. Juli 2008

„Das haben wir seit Libuda nicht mehr gesehen!“

... sagte Jörg Dahlmann, als er für Sat1 die Übertragung dieses Tors kommentierte. Das Tor, an das ich – an das man immer denken muss, wenn man an Jay Jay Okocha denkt. Das Tor, dass mich immer an den ersten Rocky-Film erinnert: Als Trainer Mickey seinen Boxer erstmals ein Huhn jagen lässt.

‚In diesem Fall war Oliver Kahn der Boxer. Beeindruckend flink auf den Füßen. Mit Unterstützung dreier Mitspieler. Und doch konnte er das Huhn nicht kriegen. Und Slaven Bilic auch nicht, der alte Treter.

Kahn hat seine Karriere beendet. Okocha auch. Es blieb sein einziges Tor gegen ihn. Das Tor des Jahres 1993.
Hundert Mal gesehen. Trotzdem.



Mehr Tore der Jahre gibt’s hier.

Dienstag, 22. Juli 2008

Farfán steht vor seinem ersten, Rafinha vor weiteren Länderspielen für Schalke und Amsif ist die perfekte Ergänzung

Nur wer sich schlecht fühlt, sollte auf die offizielle Homepage des S04 surfen. Das ist solch ein Happy-Ding, das reißt einen so nach oben, wer da schon vorher lacht, dem Platz garantiert der Kopf.

Stürmer, voll des Lobes über den Trainer, Trainer, voll des Lobes über den Club, sich grundlos freuende Verteidiger – gut, einer ist grade nicht da. Aber wenn der wieder da ist, gibt’s von ihm sicher auch bald wieder ein freundliches Bild zu sehen.
Und überhaupt: Die Jungs spielen Ihre Länderspiele doch für Schalke!

Ich hatte es bei einem Blick auf Jefferson Farfáns Profil zuerst für einen Fehler gehalten, aber ein Vergleich mit dem Profil von Kuranyi oder eben – ja – Rafinha macht die Sichtweise des S04 ganz deutlich. Vermutlich wird Rafinha die Sache mit dem Vertragsbruch deshalb nicht verstanden haben und wähnt sich eben doch im Auftrag der Königsblauen.

Weiter die Homepage, andere Wohlfühlzone: Manuel Neuers Vorbild ist Jens Lehmann, vielfach geschrieben, weiß jeder. Gestern erfuhren wir, dass Ralf Fährmann ein Typ wie René Adler sei. Heute bekommen wir präsentiert, dass Mohamed Amsif, der jüngste der 4 Torleute im Schalker Profikader, ein Fan Oliver Kahns ist!
Da ist für jeden was dabei, da dürfen sich landesweit die Zeitungsschreiber ihre Notizen machen, vielleicht wird dieser junge Mann ja mal zum Thema. Ein Profi durch und durch, weiß Amsif auch, was er seinem Hauptsponsor schuldig ist:
„Ich fühle mich auf Schalke wie zu Hause und verspreche allen Beteiligten, dass ich Gas, Gas, Gas geben werde.“
Großartig, oder? Das ist professionell! Von Thorsten Kirschbaum war jedenfalls bislang noch nicht zu lesen, dass er sich hopp, hopp, hopp beeilen würde, Ramazan Özcan als Stammtorhüter abzulösen.

Sonntag, 20. Juli 2008

Olympia - ein Problem ohne Sinn und Verstand

Am 8. August beginnen die Olympischen Sommerspiele in Peking, bereits zwei Tage zuvor das olympische Fußballturnier. 16 Herren- und 12 Damen-Mannschaften spielen den Wettbewerb um die Goldmedaille unter dem Dach des IOC aus.

Qualifiziert wurde sich beispielsweise bei der U-21 Europameisterschaft oder bei der U-20 Südamerikameisterschaft.

Wo der Irrsinn schon beginnt. Warum nämlich eine Mannschaft teilnehmen darf, die in ihrer Zusammensetzung bzw Altersstruktur wenig mit der qualifizierten Mannschaft zu tun hat, das ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu erklären. Zugelassen sind nämlich nur Mannschaften U-23, inklusive drei Spieler älteren Semesters.

In den letzten Wochen traten vermehrt Probleme zu Tage, die auch mehrere Bundesligavereine betreffen. Veranstalter der Spiele ist das IOC.
Abstellungspflicht für Nationalspieler jeglichen (!) Alters gilt aber nur für Wettbewerbs- oder Freundschaftsspiele, die unter dem Dach der FIFA und nach dem geltenden Rahmenterminkalender der FIFA angezeigt sind.
Dort ist offiziell jedoch nur vom Frauenfußballturnier die Rede. Das Männerturnier, beginnend am 7. August ist nicht benannt.

Nun hat die FIFA, wohl erzwungen durch die Freigabeverweigerung so mancher Vereine, letzte Woche Freitag eine angeblich verbindliche Erklärung entsandt, die rechtlich in eine Tonne zu treten ist.

Darin heißt es:
"alle Spieler, die an der Vor- und Endrunde teilnehmen, am oder nach dem 1. Januar 1985 geboren sein müssen. Für die Endrunde dürfen zusätzlich drei Spieler, die dieses Alterskriterium nicht erfüllen, in die offizielle Spielerliste aufgenommen werden."

Okay, so schlau waren wir alle schon, es wird trotzdem darauf verwiesen, das es sich um offizielles FIFA-Recht handelt. Jetzt aber kommt das erste aber:

Gemäß dem Regelwerk der FIFA ist die Freigabe für Spieler über 23 Jahren nicht verpflichtend.

Spieler wie Berlins Pantelic, der in den letzten Tagen seine wiedererwachte Liebe (oder schlief sie seit Milosevics Abdankung nicht?) für Serbien kundtat und der auf die reine Solidarität Herthas hoffen muss, fallen in diese Regelung. Oder ein Ronaldinho, der offenkundig zu Olympia möchte.

Der eigentliche Streitpunkt aber ist die Abstellung der U-23 Spieler wie Rafinha (Schalke 04), Diego (Werder) oder Breno (Bayern). Und dazu heißt es ordentlich und rechtlich nichtssagend:

Die Freigabe für Spieler unter 23 Jahren steht hingegen außer Zweifel. Diese ist gemäß der oben genannten offiziellen Erklärung verpflichtend: "Die Freigabe von Spielern unter 23 Jahren wird seit 1992 von den Vereinen akzeptiert, daher muss das auch diesmal gelten."

Wie bitte? Die alles reglementierende FIFA, der Verband, der beispielsweise sein Werberechte derartig schützt, dass das AOL von der HSH-Nordbank-Arena während der WM verschwindet, dieser alles reglementierende, korrupte Verband beruft sich auf ein einfaches "das war schon immer so"?

Die Androhung, sinnigerweise von IOC-Präsident Rogge (was hat der in diesem Fall eigentlich zu sagen?), dass bei Nichteinhaltung dieser nicht existierenden Regel die Spieler gesperrt werden, sorgt für solche Aussagen:

Klaus Allofs:

"Wenn sich die Sachlage in so eine Richtung verändern würde, wäre es eine neue Situation, die wir akzeptieren würden", kündigte Allofs daraufhin an.

Dabei gibt es keine neue Sachlage und in der Kürze der Zeit wüsste ich auch nicht, wie es zu einer solchen kommen sollte.
Eine absurde Veranstaltung. Offenbar sind sowohl IOC, als auch FIFA von der Tatsache der Olympischen Spiele 2008 überrascht worden.
Den Bundesligavereinen vorzuwerfen, daß sie ihre Spieler nicht abstellen, funktioniert nicht. Denn eine verpflichtende Regel existiert nicht.
Das sich die Spieler, allen voran Diego und sein Vater (wobei das auch nix neues ist) sowie Rafinha, verhalten wie im Kindergarten, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Wie heißt eigentlich der Manager von 1899 Hoffenheim?

Jan Schindelmeiser. Ich schreibe es hier hin, für alle die das auch noch nicht wussten. Bislang habe ich ja immer weggeschaut. Aber Hoffenheim kommt auf uns zu, ob wir das wollen oder nicht.

Fußball existiert zweimal. Zum einen gibt es den Fußball der Protagonisten, den Fußball derjenigen, die damit ihr Geld verdienen, die das kreieren, was es später zu sehen, zu diskutieren und auch zu lesen gibt.
Und dann gibt es den Fußball der Konsumenten. Das sind die, die den Scheiß kaufen für die der Fußball wirbt. Die all das lesen, anschauen, hören. Auch die, die sich nicht gerne Konsumenten nennen lassen, für die ein Sieg des eigenen Clubs noch ein persönlicher Sieg ist, und die glauben, daran teilhaben zu können.

Für die ersten ist 1899 Hoffenheim ein ‚interessantes Projekt’. Ohne jegliche Vorleistung wird ein Dorfklub derart üppig mit finanziellen Mitteln ausgestattet, dass auf der viel zitierten grünen Wiese ein neues Fußballunternehmen entsteht, dessen Mannschaft in Zukunft regelmäßig unter den ersten 5 der Fußballbundesliga zu finden sein wird. Nichts Anrüchiges gibt es dabei zu beklagen. Mäzenentum ist in Deutschland allgegenwärtig, ohne mehr oder weniger selbstlose Geldgeber könnten tausende Sportvereine in den Niederungen deutscher Ligen nicht existieren. Für die Protagonisten bedeutet 1899 Hoffenheim Arbeitsplätze, Geschichten, frisches Geld in der Liga. Eben eine neue, auf Hochglanz polierte und profitable Filiale des Unternehmens Bundesliga.

Für die zweiten ist 1899 Hoffenheim Betrug an der Idee von Sportlichkeit. Schon immer hat man sich über die finanziellen Übermacht des FC Bayern geärgert, aber jeder musste einsehen, dass der Erfolg der Bayern auf ständigen sportlichen Erfolg fußt. Schalke 04 erhielt seinen recht üppigen Sponsorenvertrag nicht für Noppes, sondern weil es einer der Clubs – vielleicht der Club – mit der höchsten Kundenbindung ist. Ein Verein, der es trotz aller Abstürze, Skandale und Misserfolge regelmäßig schafft, sein Stadion zu 99,9% zu füllen.

Fast jeder Fan litt schon mal darunter, dass sein Club einen guten Spieler verhökern musste, weil es die finanzielle Situation bedingte. Man wünscht sich siegreiche UI-Cup-Spiele gegen Hapoel Bnei Sakhnin oder Chernomorets Burgas um sich für den UEFA-Cup zu qualifizieren, in dem das vermeintlich große Geld lockt. In der Hoffnung, dass dieses dann wieder in die Mannschaft investiert wird.

Um das alles, um den Wunsch nach Wachstum, um das Bangen, dass der wichtigste Spieler nicht die Bayern-Bank vorziehen möge, braucht man sich in Hoffenheim nicht zu scheren. Die Tatsache, dass Hoffenheim alles kriegt was es braucht, ohne je gebangt, ohne gelitten zu haben, ist das, was den Fußballfan an Hoffenheim ärgert.

Es mag objektiv gesehen alles sauber, alles ok sein, was da auf der grünen Wiese entsteht. Aber scheiße ist’s trotzdem.

Kommentare & Antworten

Lucio
da Lucio findet imma den richtigen Zeitpunkt zum abspiela
ch (Gast) - 10. August, 21:47
Na also: noch ein...
...alter Bekannter ;)
berka - 1. August, 13:04
Alte Bekannte
Schön erklärt, danke. Noch ein paar bekannte...
berka - 1. August, 09:12
Notlagen?
fällt mir jetzt erst auf: habt Ihr die im Stadion...
berka - 30. Juli, 14:00
Ich weiss schon warum...
Ich weiss schon warum ich im Stadion keine Getränke...
Jan! (Gast) - 30. Juli, 13:01
siehste
deswegen wird's wahrscheinlich exportiert
berka - 30. Juli, 08:50
Wir warten gespannt
...auf den ersten, der Veltin's schreibt.
Trainer Baade (Gast) - 29. Juli, 23:27
@ Stefan: Ja, bei Miller’s...
@ Stefan: Ja, bei Miller’s würde ich auch...
Herr Wieland - 29. Juli, 17:12

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Der Spielmacher

Stets ein wunderbarer Quell der Wirrnis ist der Begriff des Spielmachers oder gar der Spielmacher-Position. Der Mann mit der legendären Nummer 10 war einst Halbstürmer und wurde später ins Mittelfeld zurückgezogen, wo er aber mehr wurde als ein zentraler Mittelfeldspieler. Dieser Spieler in der Mitte des Feldes, ob vorgeschoben oder zurückgezogen, sollte von seinen Mitspielern häufiger angespielt werden und dann genialisch das Angriffsspiel bedienen. Das wurde noch mit der Phantasie kurzgeschlossen, ein solchermaßen kreativer Mensch könne nicht auch noch schwer arbeiten, weshalb man ihm einen Helfer, den sogenannten Wasserträger, beistellen müsse. Einen solche Spielmacherposition gibt es heute nicht mehr, trotzdem ist die Suche nach dem Spielmacher nicht beendet. Im Zweifelsfall wird der Kopf einer Mannschaft, wie Zinedine Zidane beim französischen Weltmeister 1998, einfach zum Spielmacher erklärt.
Biermann/Fuchs

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